Kinder und Krieg



Kinder leiden am stärksten


Vietnam:1967 wurde terre des hommes Deutschland e. V. gegründet, um den vielen Kindern des Vietnamkrieges zu helfen, Wunden zu heilen und den Waisen Ersatzeltern zu verschaffen.

Die Aktionen in Vietnam wie auch die Aktion für Biafra 1969 machten terre des hommes als Organisation in der Bundesrepublik bekannt. Sie zeigten aber auch die Grenzen von Soforthilfe im humanitären Sinn.

In der Realität des Krieges spielen die Lebensinteressen der Kinder keine Rolle, sie gehören immer zu den am Härtesten betroffenen Opfern. Kinder leiden auf vielfache Weise:

- als Opfer von militärischen Angriffen
- als versehentlich in Kampfhandlungen geratene Unbeteiligte
- als Kindersoldaten
- Kinder leiden unter dem Verlust der Eltern in extremer Weise
- die Gesundheitsversorgung bricht zusammen, "normale" Kinderkrankheiten werden lebensgefährlich

Auf welcher Seite steht terre des hommes?


Selbstverständlich steht terre des hommes immer auf Seiten der Kinder. Ihre Lebensrechte und Lebensinteressen zu wahren und ihre Entwicklung zu fördern, ist das primäre Ziel des Kinderhilfswerkes terre des hommes. Trotzdem reichen guter Wille und Geld nicht, um Kinder im Krieg zu schützen und vom Krieg betroffenen Kindern die notwendige Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Die Konflikte, die sich aus diesen Faktoren ergeben, betreffen die Kinder unmittelbar und müssen von jedem verstanden werden, der in diesem Umfeld positiv wirken will. Terre des hommes beschäftigt sich daher intensiv mit der inneren Situation in den einzelnen Ländern.

Politische Einflussnahme


Viele Kriegsursachen liegen in der Verantwortung der Industriestaaten. Neben direkten militärischen Interventionen und "Stellvertreterkriegen", die während der Blockkonfrontation des "Kalten Krieges" üblich waren, mischte und mischt sich der "Norden" mit Krediten und Waffenexporten ein. Die Konsequenz für terre des hommes ist öffentlicher Protest gegen diese Politik und beharrliche Anwaltschaftsarbeit für diejenigen, die darunter zu leiden haben. Vehement hat terre des hommes das Verbot von Minen gefordert - inzwischen hat die Bundesregierung zwar den Verzicht auf Export und Einsatz von Landminen beschlossen, nicht aber die Ächtung dieses grausamen Waffentyps. Zu den politischen Forderungen von terre des hommes gehört die Einstellung des Rüstungsexports an Länder, die Krieg führen oder die Menschenrechte missachten. Auf internationaler Ebene fordert der Verein terre des hommes, das Rekrutierungsalter zu erhöhen: Noch immer ist in der UN - Kinderrechtskonvention das Rekrutierungsalter auf 15 Jahre festgesetzt - ein skandalöser Kompromiss auf Kosten der Kinder. Doch auch das direkte Engagement für Kinder, die selbst Kriegssituationen erlebt haben, wird fortgesetzt. Terre des hommes fördert weiterhin Rehabilitationsprojekte für kriegsverletzte und kriegstraumatisierte Kinder und hilft Flüchtlingskindern, nicht nur in der "Dritten Welt", sondern auch bei uns in der Bundesrepublik Deutschland.